Was ist eine Dystopie?
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Was ist eine Dystopie? Alles, was du zum Genre wissen musst!

Wenn man ein bisschen über “Die Tribute von Panem” von Suzanne Collins spricht, kommt man schnell auf Dystopien zu sprechen. Doch was sind Dystopien eigentlich und welche Merkmale haben sie? All das klären wir in diesem Post!

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Was ist eine Dystopie? Definition einer Dystopie

Eine Dystopie beschreibt eine undefinierte Zukunft, in der Bewohner aufgrund eines totalitären Regimes ängstlicher und unglücklicher als zum heutigen Zeitpunkt sind.

Wir sprechen also von einer negativen Zukunft, in der es den Menschen schlechter geht als zum heutigen Zeitpunkt. Das zieht sich auch als Motiv durch ausnahmslos alle Dystopien.

Merkmale von Dystopien

Disclaimer: Diese Liste bildet möglicherweise nicht vollständig alle Merkmale von Dystopien ab! Dies sind nur jene, die ich in der Fachliteratur gefunden habe.

unklare Vorstellung der vordystopischen Welt

Wenn man nicht genau weiß, wie es von unserer Welt zur dystopischen Welt gekommen ist, ist das ein erster Hinweis, dass es eine Dystopie sein kann. Das liegt daran, dass man natürlich nicht den einen, genauen Plan hat, wie es in der Welt schief gehen kann – und man möchte auch Menschen, die dieses Ziel erreichen möchten, den Plan nicht direkt in die Hand legen.

Autorität der Regierung und Klassengesellschaft

Beide Merkmale gehen Hand in Hand, deshalb führe ich sie hier als eines auf. Die Regierung ist – mal durch freie Wahlen, mal durch einen Putsch oder schlichte Machtergreifung – das Machtmonopol im Land. Die Bevölkerung hat sich ihnen zu unterstellen. Dadurch entsteht bereits eine Klassengesellschaft, weil die Regierung damit die gesamte Macht über die Einwohnenden des Landes hat.

Propaganda und Manipulation

Um an der Macht zu bleiben, brauchen autoritäre und totalitäre Regime natürlich Mittel und Wege, sich gegen ihre Gegner zu wehren. Neben herkömmlichen Waffen gibt es da natürlich auch Falschinformationen, gezielte Manipulation in Form von Aufhetzung gegeneinander und noch so viel mehr.

Regime kann nicht gestützt werden

Das ist das Merkmal, das sich durch die Ur-Dystopie 1984 von George Orwell zieht. Spoiler: Winston schafft es am Ende nicht, das Regime zu stützen. Wenn man jedoch einen Blick auf die Jugendbücher wirft, sieht das anders aus. Um den Jugendlichen nicht die Hoffnung auf eine bessere Welt zu nehmen, gibt es hier meist ein gutes Ende, in dem das Regime und all das Leid beseitigt werden können.

Rebellion

Um von einer negativen, unterdrückten Gesellschaft zu einer besseren, freieren zu kommen, muss sich etwas ändern. Das funktioniert in den meisten Fällen leider nicht mit Demos oder Petitionen, sondern nur mit Rebellion und darauf folgend Revolution.

Ebenfalls kann man “ProtagonistIn möchte eine gerechte Welt schaffen” und “kein Vergnügen” (also z.B. dass es keinerlei Entertainment für die Bevölkerung gibt) als Merkmale ansehen. Da diese jedoch relativ spezifisch sind, nenne ich sie nur kurz hier.

Merkmale anhand von “Die Tribute von Panem”

Um die Merkmale einer Dystopie noch greifbarer zu machen, schauen wir sie uns doch einfach mal anhand von “Die Tribute von Panem” von Suzanne Collins an – Spoiler für alle vier Bücher!

  • unklare Vorstellung der vordystopischen Welt: Wir wissen nur, dass es durch den Klimawandel durch einen Anstieg des Meeresspiegels und Ressourcenknappheit kam, die dann zu Panem geführt hat. Außerdem gab es die “Dunklen Tage”, doch mehr wird nicht zur Welt erläutert und Collins hält sich sehr wage.
  • Autorität der Regierung und Klassengesellschaft: Schauen wir auf Panem und das Kapitol, sehen wir sofort, dass Letzteres die gesamte Macht hält und nicht vor hat, es in freien Wahlen an die Distrikte abzugeben. Diese bilden eine zweite, ärmliche Klasse, in der die Menschen vor Hunger sterben, im Gegensatz zum reichen Kapitol, in dem die Menschen Abführmittel nehmen, um noch mehr essen zu können.
  • Propaganda und Manipulation: Die Distrikte bekommen keine Informationen über die anderen Distrikte oder wissen etwas über Distrikt 13. Dieses Wissen enthält Snow ihnen bewusst vor, um zu verhindern, dass sie sich gegenseitig gegen das Kapitel verbünden und damit sie sehen, was passiert, wenn ein Distrikt rebelliert.
  • Regime kann nicht gestürzt werden: Wer die Buchreihe zu Ende gelesen hat, weiß, dass dies nicht der Fall ist. Das Kapitol und Präsident Snow werden gestürzt, auch wenn man am Ende wage bleibt, was mit den Ministern aus der Regierung passiert. Eine demokratische Wahl gibt es dennoch.
  • Rebellion: Auch hier muss man nur Band 3 gelesen haben, um zu wissen, dass dieses Merkmal ebenfalls zutrifft. Dank Distrikt 13 und Katniss schaffen es die Rebellen aus allen Distrikten schließlich, sich vom Kapitol zu lösen und gegen dieses erfolgreich zu rebellieren.

Psst: Mehr Bücher wie Die Tribute von Panem findest du hier!

Beispiele von Dystopien

Hierzu habe ich bereits einen Blogpost gemacht (hier findest du ihn), dennoch hier eine kurze Liste mit den bedeutendsten Dystopien:

  • 1984 von George Orwell
  • Schöne neue Welt von Aldous Huxley
  • The Handmaid’s Tale (Der Report der Magd) von Margaret Atwood
  • Die Tribute von Panem von Suzanne Collins

Welche Fragen hast du noch zu Dystopien? Lass sie mich in den Kommentaren wissen!

Viel Spaß beim Schmökern

Pearl Diver of Books

Aufsätze:

Monografie:

  • Rogers, Brett M., Stevens, Benjamin Eldon: Classical Traditions in Science Fiction. Oxford 2015. S. 298.

Internetquellen:

ebenfalls verwendet wurden alle vier Bücher von Suzanne Collins‘ „Die Tribute von Panem“:

  • Collins, Suzanne: Die Tribute von Panem 1. Tödliche Spiele.
  • Collins, Suzanne: Die Tribute von Panem 2. Gefährliche Liebe.
  • Collins, Suzanne: Die Tribute von Panem 3. Flammender Zorn.
  • Collins, Suzanne: Die Tribute von Panem X. Das Lied von Vogel und Schlange.

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