Booktok & Bookstagram erklärt

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    Alle Begriffe auf Bookstagram und Booktok erklärt

    Ich weiß nicht, wie’s euch damit geht, aber ich habe die ersten Monate auf Bookstagram nur die Hälfte verstanden. Enemies to Lovers, Tropes, Tags und Selfpublishing – ähm, was? Deshalb habe ich auf Instagram bereits ein Format zu verschiedenen Tropes und Begriffen auf Bookstagram eingeführt, bei dem ich genau diese Begriffe erkläre. Da Instagram immer ein bisschen unübersichtlich ist, gibt es jetzt in diesem Blogpost den ultimativen Guide zu allen Begriffen auf Bookstagran und Booktok, sortiert nach Kategorie, damit ihr immer wieder als eine Art Lexikon darauf zugreifen könnt. Disclaimer: Auch ich mache Fehler und deshalb kann es gut sein, dass ich den einen oder anderen Begriffe vertausche oder falsch definiere. Ich freue mich immer über nettes und konstruktives Feedback in den Kommentaren! Und es ist absolut okay und normal, nicht alle Begriffe auf Bookstagram und Booktok zu kennen. unbezahlte Werbung, selbstgekauft (teilweise Gewinnexemplare von Lesejury, Vorablesen oder Lovelybooks erwähnt – auch hier ist es meine ehrliche Meinung zu den Büchern!) Begriffe auf Bookstagram erklärt In diesem Abschnitt erkläre ich Begriffe, denen man mal mehr, mal weniger regelmäßig auf Bookstagram begegnet – inkl. Abkürzungen, die man kennen sollte. Mary Sue Eine Mary Sue ist ein Charakter, der alles schafft und kann und das ganz ohne Probleme – ein praktisch perfekter Mensch, dem jegliche Schwächen fehlen und die sich in ihrem Charakter und ihrer Entwicklung sehr flach und eindimensional anfühlen. Nicht unbedingt das, was wir in einem Buch lesen wollen. Buddy Read Beim Buddy Read liest man das Buch gemeinsam mit einer weiteren oder mehr Personen. Dabei kann man das Buch z.B. in Abschnitte aufteilen und sich nach jedem Abschnitt darüber unterhalten, was gerade passiert ist. Mood Reader Ein Mood Reader liest das, was die eigene Stimmung gerade vorschlägt oder worauf er oder sie spontan Lust hat. Meist macht sich ein Mood Reader deshalb auch gar keine Pläne, was als nächstes gelesen werden soll, weil es sich noch sehr kurzfristig ändern kann. Reading Slump Ein Reading Slump ist das englische Wort für Leseflaute – also liest man gerade gar nicht oder nur sehr wenig, z.B. weil das letzte Buch sehr schlecht war oder einem das aktuelle nicht gefällt. Prequel Ein Buch, das vor der Handlung des Hauptwerks spielt, z.B. ist “A Ballad of Songbirds & Snakes” von Suzanne Collins ein Prequel von der “Die Tribute von Panem”-Trilogie. Sequel Ein Sequel spielt nach der Handlung des Hauptwerkes, also ist z.B. “The Brothers Hawthorne” das Sequel zu Jennifer Lynn Barnes “The Inheritance Games”-Trilogie. Spin Off Ein Spin-Off ist einem Sequel ähnlich, behandelt aber meist andere Charaktere in derselben Welt. Z.B. ist “Coldhart” von Lena Kiefer die Spin Off Reihe zu “Westwell”, weil wir in derselben Welt spielen, aber mit Elijah einen Nebencharakter aus “Westwell” jetzt als Protagonisten haben. Crossover Ein Crossover verbindet zwei oder mehrere Universen, die sonst keine Verbindungen haben, z.B. gibt es Crossover von Lena Kiefers “Don’t”-Reihe und dem Westwell-Coldhart-Universum oder sogar ein Crossover im zweiten Teil von “Coldhart” mit Merit Niemeitz’ “No Longer Yours”. Tradition Publishing “Traditional Publishing” ist das traditionelle Veröffentlichen, hier haben die AutorInnen Verlage, die ihre Bücher auf den Buchmarkt bringen. Die Verlage kümmern sich also auch um Lektorat, Korrektorat, Vertrieb, Marketing und Co. Oftmals braucht man eine Literaturagentur, um seine Bücher an Verlage vermitteln zu können. Bekannte AutorInnen im Traditional Publishing sind z.B. Sarah Sprinz, Lena Kiefer, Kerstin Gier oder Sebastian Fitzek. Self Publishing “Selfpublishing” bedeutet, wie der Name schon sagt, dass man selbst veröffentlicht, also ohne Verlag. Hier übernimmt man also selbst Lektorat, Korrektorat, Vertrieb, Marketing und Co. Die wohl bekannteste Plattform, über die man Bücher selbst verlegen kann, ist KDP – Kindle Direct Publishing -, also über Amazon. Dort können sich die Lesenden dann die E-Books kaufen oder on-demand drucken lassen. Bekannte Self Publishing Autorinnen sind Marah Woolf und Rose Snow. Aber auch Ana Huang war anfangs eine Selfpublisherin, bevor sie ihre Bücher mit Verlagen veröffentlicht hat. Mehr zum Selfpublishing findet sich in diesem separaten Post! Haul In Hauls zeigen Buchbloggende, welche Bücher sie in letzter Zeit gekauft haben und erklären z.B., warum sie genau das Buch gekauft haben. FanFiction FanFictions sind von Fans geschriebene Geschichten, die bestehende Buchreihen, Serien oder reale Personen aufgreifen und alternative oder neue Handlungen entwickeln. Manche FanFictions werden so erfolgreich, dass sie als eigenständige Bücher veröffentlicht werden, wie die After-Reihe von Anna Todd. Plattformen wie Wattpad und AO3 sind bekannte Archive für FanFiction. Indie (author) Ein Indie author ist ein Autor/eine Autorin, die im Selfpublishing die eigenen Bücher ohne Verlage verlegt. Sie sind unabhängig, also independent (daher der Name), von Verlagen und kümmern sich um Marketing, Druck, Lektorat und Co. selbst. Ship Ein Ship im Kontext von Büchern, Serien oder bekannten Persönlichkeiten ist kein Boot, sondern der Wunsch einer Community, dass zwei Charaktere eine romantische Beziehung eingehen. Fans “shippen” ein Paar, wenn sie wollen, dass die beiden Personen zusammenkommen – egal, ob das tatsächlich passiert/passiert ist. Fluff Fluff beschreibt Szenen oder auch Bücher, die eine süße, herzerwärmende Atmosphäre innehaben. Dort finden sich also wenig Drama oder Konflikte. Typisch für Fluff-Szenen ist z.B. kuscheln oder kleine Gesten zwischen Charakteren. Shelfie Das Wort Shelfie setzt sich aus “Selfie” und “Bookshelf” zusammen und ist ein Bild vom eigenen Bücherregal. Es gibt z.B. den #shelfiesunday, bei dem man das Bücherregal zeigt. Canon Canon beschreibt Informationen zum Worldbuilding, zu Charakteren oder zum Buch selbst, die genau so im Buch stehen, ohne dass man noch viel interpretieren muss. Genauso können Canon Informationen von den AutorInnen selbst stammen. Book Tag In einem Book Tag beantwortet man verschiedene Fragen bzw. Kategorien zum jeweiligen Tag. Das kann z.B. das Zeigen von Büchern in Regenbogenfarben oder ein “This or That”-Tag sein, in dem man sich zwischen buchigen Themen oder Tropes entscheiden muss. Oftmals taggt, also markiert man danach weitere Buchbloggende, die den Tag ebenfalls machen sollen. Closed Door Closed Door beschreibt Szenen, von denen man weiß, dass die Charaktere jetzt Sex miteinander haben, es aber nicht ausgeführt wird. Wir als Lesende befinden uns sozusagen hinter der geschlossenen Tür und bekommen keine Details mit. Plot Der Plot ist die Handlung des Buches, also alle Ereignisse, die in der Welt der Charaktere im Laufe des Buches passieren. Daher kommt auch der Plottwist, der die Handlung auf den Kopf stellt und den Plot in eine nicht vorhersehbare Richtung lenkt. Cliffhanger Ein Cliffhanger lässt die Lesenden mit vielen Fragezeichen und dem dringenden Bedürfnis, sofort weiterlesen zu müssen, zurück. Cliffhanger können am Ende eines Kapitels oder auch Buches stehen. Akt/Act Ein Akt beschreibt einen Abschnitt des Buches. Es gibt mehrere Aktstrukturen, z.B. 5 Akte oder 3 Akte. In vielen moderneren Büchern arbeitet man mit der 3 Act Story Strucutre, also mit 3 Akten, die den Beginn der Handlung, die Mitte und das Ende umfassen. Daher kommt auch das Trope 3rd Act Breakup, bei dem sich die Charaktere im letzten Akt trennen. Begriffe zum Buch selbst Farbschnitt Beim Farbschnitt sind die Seiten mit Mustern oder Bildern besprüht. Oft gibt es den Farbschnitt nur in der 1. Auflage oder nur in der Special Edition. Special Edition Die Special Edition eines Buches wird z.B. bei einem Jubiläum des Buches veröffentlicht und ist vor allem für Fans des Buches gedacht. Das Buch hat dann bspw. einen speziellen Farbschnitt, Veredelungen oder ein Bonuskapitel. Dust Jacket Der/Die/Das Dust Jacket ist sozusagen der Schutzumschlag für das Buch, unter dem sich teilweise auch nochmal der Titel verbirgt. Widmung Eine Autorin oder ein Autor kann ein Buch einer Person oder mehreren Personen oder sonst irgendetwas widmen – also ein symbolisches Geschenk für z.B. besondere Verbundenheit. Die Widmung steht i.d.R. vor dem Buch selbst. Charakterkarte Eine Charakterkarte zeigt meist die ProtagonistInnen der Geschichte – mal einzeln, mal als Paar. I.d.R. findet sich die Charakterkarte nur in der 1. Auflage. Page Overlay Ein Page Overlay ist ein transparentes Papier, das mit Charakteren oder der Szene bemalt ist und über den Text einer Seite gelegt werden kann. Bookstagram Abkürzungen erklärt POV POV bedeutet Point of View, also die Erzählperspektive, aus der die Geschichte erzählt ist. In einigen Büchern sind das mehrere Perspektiven (z.B. auch von den Nebencharakteren), in anderen nur die der Protagonistin/des Protagonisten. WIP WIP ist die Abkürzung für “Work In Progress” und wird von AutorInnen verwendet, um das aktuelle Projekt zu beschreiben. CR = Currently reading Ganz oft sieht man CR in den Bios von Buchbloggenden, weil es die Abkürzung für “Currently reading” oder “current read” ist, also das aktuell gelesene Buch. AU = Alternative Universe AU bedeutet “Alternative Universe” und findet sich vor allem in FanFictions. Hier spielen die Geschichten der Charaktere, die in den Originalbüchern z.B. in einer Fantasywelt leben, in unserer Menschenwelt. Es ist also ein anderes Universum bzw. eine andere Welt wie im Originalwerk. QOTD = Question of the day QOTD, die Abkürzung für “Question of the day”, findet man im Kontext von Bloggenden, die in ihren Captions Fragen stellen, um sich mit den Followern über Bücher oder den Alltag auszutauschen. SuB SuB ist die Abkürzung für “Stapel ungelesener Buch” – also alle Bücher, die man zu Hause, aber noch nicht gelesen hat. TBR TBR bedeutet “to be read” und ist meistens eine Leseliste an Büchern, die man im kommenden Monat lesen möchte. DNF DNF steht für “did not finish” und bedeutet, dass man ein Buch abgebrochen und nicht beendet hat. YA YA ist die Abkürzung für Young Adult, was ungefähr dem Jugendbuch entspricht. MMC/FMC MMC und FMC stehen für “Male Main Charakter” und “Female Main Charakter”, also der Protagonist oder die Protagonistin der Geschichte. ARC ARC findet man vor allem im Kontext von Bloggenden, weil es die “Advanced Reader Copy” ist, also das Rezensionsexemplar. Genres auf Bookstagram & Booktok erklärt Natürlich gibt es noch vieeeel mehr Genres als die, die ich hier aufgelistet habe. Die, die ihr hier findet, sind die, die meist nicht ganz selbsterklärend sind. Dystopie Eine Dystopie beschreibt eine undefinierte Zukunft, in der Bewohner aufgrund eines totalitären Regimes ängstlicher und unglücklicher als zum heutigen Zeitpunkt sind. Also ein negatives Szenario, wie es mit der Menschheit und unserer Welt weitergehen könnte. Dystopien haben immer einer Warn- und Appellfunktion inne, um die Menschen davor zu warnen, was passieren könnte, wenn wir z.B. weiterhin die Gesellschaft spalten, Hass schüren oder die Umwelt zerstören. Prominente Beispiele für Dystopien sind 1984 von George Orwell und “Die Tribute von Panem” von Suzanne Collins. Weitere Beispiele findet ihr hier. Mehr zu Dystopien und ihren Merkmalen findet ihr in diesem Post! Fantasy In Fantasy-Büchern gibt es fantastische Elemente wie z.B. Magie, sprechende Tiere, Feen, etc. Oft müssen die Charaktere gegen eine böse Person kämpfen, z.B. aufgrund eines Fluches oder einer Prophezeiung. Fantasy hat viele verschiedene Sub-Genres, z.B. High und Urban Fantasy, die ich in diesem Post näher erkläre. Ein klassisches Beispiel für Fantasy ist “Rubinrot” von Kerstin Gier. In vielen Fällen ist ein Buch ist nur Fantasy, sondern Romantasy, sodass es eine Liebesgeschichte gibt – Empfehlungen dazu gibt’s hier! Unterschiede Fantasy & Dystopie Dystopien und Fantasy sind nicht dasselbe. Leider sehe ich das immer wieder verwechselt (was überhaupt nicht schlimm ist), weshalb ich es hier nochmal etwas näher beleuchten möchte. Ja, Fantasy kann dystopische Elemente haben – z.B. in “Stolen Crown” – und Dystopien können fantastische Elemente haben – z.B. in “Shatter Me” -, aber sie sind keine Synonyme. Dystopien zeigen eine dunkle Zukunftsvision unserer Welt, die z.B. vom Klimawandel, gesellschaftlicher Teilung oder totalitären Regimen geprägt sind. Fantasybücher beinhalten Geschichten, die in einer anderen Welt spielen können – das wäre dann High Fantasy -, aber diese Welt muss zwingend magische Elemente beinhalten, seien es Hellseher oder Wassermagie. Dystopien sind also eine Warnung, wie unsere Welt aussehen könnte, während Fantasybücher magische Elemente in unsere oder andere Welten hinzufügen. Romantic Suspense Romantic Suspense ist nicht per se ein Trope, sondern eher ein Sub-Genre bzw. eine Vermischung von Romance und Thriller. Hier steht die Beziehung der Charaktere unter einem meist actionreichen, geheimnisvollen Stern, der gerne auch Thriller-Elemente wie Entführungen oder Mord mit sich bringt. Fantastisch geschrieben ist Romantic Suspense in “Coldhart” von Lena Kiefer und “Cozy Secrets” von Franzi Kopka. Noch mehr Romantic Suspense Bücher gibt’s hier! New Adult In New Adult finden wir Figuren, die gerade…